Wie man keine gute Serie macht

Warum gibt es in Deutschland kaum gute Serien? Wie kann es sein, dass ein Land, das eine der größten literarischen Traditionen der Welt hat, in der populärsten zeitgenössischen Erzählform konsequent scheitert?
Ich bin seit elf Jahren Autor, knapp mehr als die Hälfte davon nicht für Serien, sondern für Comedyshows. Ich habe für SWITCH RELOADED geschrieben und für die HEUTE SHOW und durfte zuletzt für ZDF.NEO die Sitcom EICHWALD, MDB entwickeln. Es gibt eine Menge Leute, die mehr erlebt haben im deutschen Fernsehen als ich, die mit mehr Redakteuren zu tun hatten und mit mehr Sendern, die über mehr Formate gesprochen haben. Aber elf Jahre sind genug, um bestimmten Phänomenen, die gutes Fernsehen verhindern, so oft über den Weg zu laufen, um Muster erkennen zu können.
Es wird und wurde viel geschrieben über Probleme im deutschen Fernsehen – manches davon ist richtig beobachtet, anderes wahrscheinlich übertrieben oder falsch. Aber was mir immer wieder auffällt, wenn ich mit Kollegen spreche: es gibt Dinge, die schief laufen – von denen überraschend viele wissen, dass sie schief laufen – und über die trotzdem keiner spricht. Die in Zeitungsartikeln nicht auftauchen. Die auf Podiumsdiskussionen nicht benannt werden. Manchmal aus Furcht, manchmal auch einfach nur, weil diejenigen, die von außen über das Fernsehen schreiben, naturgemäß nur begrenzten Einblick haben.
FernseherDie folgenden fünf Punkte können nicht mehr sein als eine Annäherung. Für alles, was ich aufzähle, gibt es Ausnahmen. Manche Beobachtung lässt sich nur auf den deutschen Serienmarkt anwenden, andere wiederum auf die gesamte Branche. Trotzdem ist jedes dieser Probleme weit genug verbreitet oder schwerwiegend genug, um regelmäßig Ideen entgleisen zu lassen oder ganz zu verhindern. Es wird also Zeit, dass wir drüber reden.

1. Zu viele „Ideen“, zu wenig Geschichten

Es gibt viele Menschen, die denken, sie hätten die Idee für eine Fernsehserie, in Wirklichkeit haben sie aber nur die Idee für eine Kulisse. MAD MEN ist eben keine Serie über eine Werbeagentur in den 60ern, sondern eine Geschichte über Menschen, die stets mehr wollen, als sie kriegen, eine Geschichte über Verführung, über Sinnsuche am falschen Ort. GIRLS ist keine Serie über Freundinnen in New York, sondern das Portrait einer bestimmten Generation an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Und PARKS AND RECREATION ist keine Serie über ein Grünflächenamt in einer Kleinstadt, sondern eine Erzählung über Gemeinschaft und Provinz, über „Community“.
Diese Geschichte – die Geschichte hinter den konkreten Geschichten der einzelnen Folgen und Staffeln – ist der Kern jeder guten Serie. Er ist die eigentliche Geschichte, aus der sich alles andere ableiten lässt. Alles andere.
Es gibt zu viele Serien, die produziert werden, bevor irgendjemand heraus gefunden hat, was überhaupt erzählt werden soll. Es gibt zu viele „Ideen“, die in Entwicklung gehen, obwohl sie keine Geschichte beinhalten, sondern nur grobe Ortsbeschreibungen. Vor Jahren, als die Zeitschrift LANDLUST das erste Mal mit ihrer Auflage den SPIEGEL übertrumpfte, saß ich mit anderen Autoren in einer Konferenz neben einem Redakteur, der uns verkündete: „Die Leute wollen aufs Land. Wir brauchen was auf einem Bauernhof!“. Oder, ein paar Monate vorher: „Wir wollen was mit Comedian XY machen, und der hat wahnsinnig Bock auf Zoo. Lasst uns da mal brainstormen.“
Auf solche Art kann man Vorabendserien entwickeln, mit denen eine genau definierte Zielgruppe „abgeholt“ werden soll – und auch solche Serien müssen gut gemacht sein, um zu funktionieren. Aber die Sorte Serie, über die Menschen am nächsten Tag im Büro oder auf dem Schulhof sprechen, entsteht so nicht.

2. Keine Autorenschaft

Die Beispiele mit dem Bauernhof und dem Zoo klingen absurd, wären aber gar nicht so unsinnig, wenn auf diesen kommerziellen Impuls ein klarer, fokussierter Entwicklungsprozess folgen würde: ein oder zwei Autorinnen oder Autoren, die eine Geschichte zunächst entwickeln – dann auch die Verantwortung dafür übernehmen.
Das Gegenteil ist die Regel. Ich kenne Produktionen, in denen es acht Personen gibt, die jeweils jedes einzelne Wort im Drehbuch ändern lassen können. Ein Sender schickt zwei Redakteure, dann kommen noch Produzent, Producer, Regie und im Zweifel ein bis zwei namhafte Schauspieler dazu, die ebenfalls mitreden. Jeder dieser Menschen hat Verantwortung dem fertigen Produkt gegenüber und dementsprechend auch eine Verantwortung gegenüber dem Autor, Kritik zu äußern. Was aber immer wieder vergessen wird: Keiner dieser Menschen kann die Verantwortung für das Drehbuch übernehmen. Jeder von ihnen kann einen Text loben oder kritisieren, kann Änderungen vorschlagen oder fordern, aber am Ende des Tages ist trotzdem niemand von ihnen verantwortlich: Weil es nicht ihr Job ist. Wenn dann aber noch nicht mal dem Autor zugestanden wird, Verantwortung für seinen Text zu übernehmen – in dem Sinne, dass er bis zu einer bestimmten Grenze die Texthoheit innehat – dann heißt das letztlich nur, dass niemand für den Text verantwortlich ist.1 Es geht also gar nicht um den klischeehaften Kampf eines einzelnen Genies gegen ein Meer aus Mittelmäßigkeit, sondern um die alte Weisheit, dass zu viele Köche den Brei verderben.
Meiner Erfahrung nach ist das eher die Regel als die Ausnahme.

3. Der Ton ist wichtiger als das Thema

Viele Serienideen scheitern, weil eine wichtige Sache vergessen wird: Der Ton einer Geschichte ist oft wichtiger als die Idee selbst. Man kann sich das bewusst machen, wenn man sich vorstellt, eine Serie erzählen zu wollen über Freundschaft und die Probleme moderner Singles, in einer Großstadt ihr Glück zu finden. Je nachdem, welcher Autor oder welche Autorin mit dieser Grundidee loszieht, kann hieraus SEX AND THE CITY entstehen, FRIENDS, GIRLS oder GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN.
In fast allen Formen der Kunst spricht man von der „eigenen Stimme“, die ein Künstler finden muss und die seine kulturelle Daseinsberechtigung ist. Man kann sich das Werk von Mozart anschauen oder von Eminem, von Hitchcock oder Tarantino, von Picasso oder Banksy: jeder dieser Künstler hat einen eigenen Ton, eine eigenen Handschrift, vielleicht sogar ein großes Thema, das seine Werke verbindet und erkennbar macht.
Diese Stimme kann, wenn sie genug Widerhall findet, funktionieren wie eine Marke. Lesen wir irgendwo „Woody Allen“ oder „die Coen-Brüder“, dann kommuniziert das einen Inhalt genau wie STARBUCKS oder SUHRKAMP. Der zweite, viel wichtigere Vorteil ist aber, dass die „eigene Stimme“ bedeutet: Da weiß jemand, was er erzählen will. Es gibt ein klares Bild von dem, was entstehen soll. Oder auch: eine Vision.
Dass die Wichtigkeit einer eigenen Stimme in so vielen Serien vergessen wird, ergibt sich deshalb auch zwangsläufig aus dem Mangel einer echten Geschichte und einer Autorenschaft: Wenn man nicht weiß, was man erzählen will und niemanden hat, der für den Text Verantwortung übernimmt, dann ist es einer Serie auch nicht möglich, einen eigenen Ton zu entwickeln.2 Ein eigener Ton bedeutet Fokus. Eine Serie ohne Fokus ist keine gute Serie.

4. Keine Marktübersicht

In elf Jahren, in denen ich hauptberuflich als Autor arbeite, hat mich kein einziges Mal jemand von einem Fernsehsender gefragt, ob ich eine Idee für eine Serie oder eine Show habe. In der gleichen Zeit haben mich immerhin zwei Produzenten gefragt. Den meisten Kollegen geht es genau so. Auch das ist logisch: Wenn Entwicklungen nicht von Autoren ausgehen, dann muss auch niemand bei Autoren nach Ideen suchen.
Was Sender stattdessen gerne veranstalten, sind Ideenwettbewerbe. „Schick uns deine Serien- oder Showidee“, haben allein in den letzten zwei Jahren RTL, ProSieben, ZDF und ZDF.NEO gerufen. Dass die Sender mit solchen Aktionen sogar noch positive Aufmerksamkeit von andern Medien bekommen, ist umso absurder, weil solche Wettbewerbe kein Zeichen von Engagement sind, sondern von Marktversagen.
Bastian Schweinsteiger ist auch nicht bei Bayern München gelandet, weil er sich mit seinen fünf besten Laufwegen auf Videokassette beworben hat. Ein deutscher Fußballverein, der einen Castingaufruf für neue Mitglieder seiner Profimannschaft veröffentlichen würde, würde sich lächerlich machen – weil es nicht funktionieren würde. Weil der Bedarf an Talenten so groß ist, dass alle guten Leuten längst beobachtet werden. In dem Fall von der Konkurrenz.
Ähnlich verhält es sich im Buchmarkt. Dass die Veröffentlichung unverlangt eingesandter Manuskripte in praktisch allen Verlagen die absolute Ausnahme darstellt, liegt in erster Linie daran, dass es eine funktionierende Marktbeobachtung gibt.3
In deutschen Fernsehsendern findet so eine Beobachtung kaum statt. Und das, obwohl der deutsche Markt relativ klein ist und die Kanäle für Nachwuchs eher übersichtlich. Noch mal der Vergleich mit dem Fußball: Alle Vereine der 1. Bundesliga erwirtschaften zusammen einen jährlichen Umsatz von knapp über zwei Milliarden Euro. Das ist noch nicht mal ein Sechstel von dem, was ProSiebenSat.1, RTL Deutschland und die Öffentlich-Rechtlichen im Jahr umsetzen. Und trotzdem kriegt der deutsche Fußball es mit seinen „bescheidenen“ Mitteln hin, eine praktisch lückenlose Nachwuchsbeobachtung zu betreiben. Und das, obwohl es deutlich mehr Fußballvereine gibt als Kurzfilmfestivals.4

5. Zu wenig Wettbewerb

Dass es im deutschen Serienmarkt keine richtige Nachwuchsbeobachtung gibt, erscheint auf den ersten Blick absurd, schließlich sind alle Sender Konkurrenten, und Konkurrenten sorgen für Wettbewerb. Dieser Wettbewerb findet im Bereich hochwertiger Serien aber praktisch nicht statt.
Es ist bezeichnend, dass genau die Serien, die in den letzten Jahren für den meisten Gesprächsstoff gesorgt haben, also zum Beispiel MAD MEN oder HOMELAND, im deutschen Fernsehen nicht über ein Nischendasein hinaus gekommen sind. Nicht, weil sie in Deutschland niemand schaut, sondern weil die meisten Zuschauer sie inzwischen auf anderen Verbreitungswegen schauen. Das, womit sich deutsche Sender voneinander abgrenzen, sind alle möglichen anderen Formate, aber selten die anspruchsvollen Serien, die es auf englisch in Masse gibt und auf deutsch fast gar nicht.
Man kann also sagen: Die hochwertige, eigenproduzierte Serie könnte theoretisch ein Differenzierungsmerkmal für einen deutschen Sender sein. Dass aber tatsächlich Millionen von Zuschauern auf diese Serie warten, ist eine Annahme, die der Markt bisher nicht bestätigt. Hat schließlich irgendjemand in Deutschland ein Problem mit Seriennachschub, wenn der deutsche Markt weiter nicht liefert? Wohl kaum. Das gilt nicht nur für die Zuschauer, die dann einfach weiter angelsächsische Serien schauen, sondern genauso für die Sender, die aus dem breitesten jemals dagewesenen Angebot an Importware auswählen können.
Für die Sender ergibt sich so gegenüber den Produktionsfirmen eine komfortable und seltene Position: die des Monopsons. Ein Monopson ist das Gegenteil eines Monopols und das, was mittelständische Herstellerfirmen hin und wieder einer Firma wie AMAZON vorwerfen: die Herrschaft des Käufers. Weil es für das jeweilige Produkt nur einen oder so wenige Käufer gibt, dass diese überdurchschnittlich viel Druck auf den Verkäufer ausüben können.
Das ist nicht für alle deutschen Serienkonzepte ein Problem, aber für viele: so, wie sich die deutschen Sender im fiktionalen Bereich aufgestellt haben, gibt es beispielsweise für eine Serie wie EICHWALD, MDB nur zwei mögliche Käufer: ARD und ZDF. Eine politische Sitcom auf SAT.1 oder RTL ist momentan nicht realistisch. Aber immerhin: zwei mögliche Käufer. Wenn man sich dann aber anschaut, wie die föderal organisierte ARD ihre Einzelsender und ihr Hauptprogramm bestückt, wird schnell klar, dass hier nichts zu holen ist: eine Serie, die in Berlin spielt, müsste in der Regel der kleine RBB produzieren, der dafür aber kein Geld hat. Und selbst wenn das Geld da wäre, hätte er womöglich keinen Zugriff auf einen passenden Sendeplatz in der ARD, weil der womöglich schon dem WDR versprochen ist.
Man kann diese Übung mit beliebigen Formatideen durchspielen, das Ergebnis ist fast immer ähnlich ernüchternd. Und selbst wenn eine Idee so breit aufgestellt ist, dass sie zu vier oder fünf Sendern passen würde – eine mainstreamige Familiensitcom zum Beispiel – wären in der Realität trotzdem nicht alle dieser Sender potentielle Käufer – zum Beispiel, weil gerade keine Sendeplätze frei sind, gerade niemand an Sitcoms glaubt oder das eine Budget, was verfügbar ist, nur für Serien auf Bauernhöfen benutzt werden soll.


  1. Es gibt einen Grund dafür, dass es keine achtköpfigen Regieteams gibt und keine Romane von fünfköpfigen Autorengruppen; und der Erfolg fokussierter, kleiner Teams ist vielfach bewiesen: Dänische Serien wie BORGEN werden grundsätzlich in 3er-Teams entwickelt. Der amerikanische Creative Director Ken Segall, der mehrere der erfolgreichsten Werbekampagnen für APPLE verantwortete und das kleine „i“ vor dem iMac erfunden hat, benennt folgenden Grundsatz: „The quality of work resulting from a project is inversely proportional to the number of people involved in the project.“ Ähnlich, aber pointierter, findet man es bei David Ogilvy, der in seinem Buch ABOUT ADVERTISING auch über das Management von Kreativität schreibt und dort den britischen Schriftsteller G. K. Chesterton zitiert: „I’ve searched all the parks in all the cities — and found no statues of Committees.“ ↩︎
  2. Von Wagniskapitalgebern im Silicon Valley liest man immer wieder den Leitsatz: „Don’t invest in ideas, invest in people.“ Die Erkenntnis dahinter ist eine Ähnliche: Ein schlechter Gründer kann eine gute Idee vor die Wand fahren, während ein guter Gründer vielleicht sogar aus einer schlechten Idee noch eine gute macht. Ein Technologieprodukt, das auf diesem Weg entstanden ist, ist TWITTER, eine Serie LOST. ↩︎
  3. Der deutsche Buchmarkt wird hin und wieder dafür kritisiert, dass genau dieses System der Nachwuchsgewinnung zu einseitig ist und zu wenig Vielfalt zulässt. Das kann stimmen, ist aber in gewisser Hinsicht ein Luxusproblem: gute deutsche Literatur ist viel weniger die Ausnahme als gute deutsche Serien. ↩︎
  4. Zugegeben, der Vergleich hinkt insofern, als dass die TV-Sender nicht ihren gesamten Umsatz aus Fiction erwirtschaften. Man kann aber auch in anderen Bereichen die Frage stellen, wie ernst es deutschen Fernsehsendern mit Talentförderung ist, wenn zum Beispiel im Bereich Moderation jahrelang alle erfolgreichen „neuen“ Gesichter einfach nur von MTV oder VIVA weggekauft wurden und jetzt zunehmend aus dem YOUTUBE-Kosmos kommen. ↩︎

Kommentare

  1. Johannes

    Danke für den tollen Artikel. Formuliert so vieles aus was ich denke.

    Und danke auch für das tolle Eichwald, MdB. War richtig überrascht von dieser tollen Serie (was ja auch indirekt etwas über das deutsche Fernsehen aussagt) und sehr begeistert. Da stimmte einfach mal wieder alles, vom Buch über Darsteller bis Kamera. Es wäre schön wenn sich unsere reichen, öffentlichen Sender mehr in dieser Richtung trauen würden (das ZDF tappt da ja so langsam voran, bei der ARD sehe ich da allerdings gar keine Zukunft). Ich bin ein großer Fan kleiner, auf ein Setting fokussierter britischer Sitcoms (Black Books, Spaced, Peep Show, IT-Crowd) und vermisse so etwas mit deutschem Bezug sehr. Da hat mir Eichwald, MdB auch durch sein gesundes Maß an Absurdität sehr gefallen.

    Vielen Dank

  2. Michael Meisheit

    Gute Analyse, vielen Dank! Ich habe ja ungefähr aus diesen Gründen als Drehbuchautor aufgehört, neue Serien zu entwickeln, und veröffentliche sie nun lieber als Selfpublisher in Romanform. Ist dankbarer, einträglicher und man bekommt ein sehr direktes Feedback vom Leser …

  3. Tommy Krappweis

    Absolut richtig. Grossartig zusammengefasst.
    Ergänzen möchte ich noch, dass zum einen die Skepsis der Zuschauer in Deutschland extrem hoch ist. Man kann jemanden, der mit verschränkten Armen vor dem Fernseher sitzt und bei der ersten Irritation umschaltet, nur schwer von Neuem überzeugen.
    Zum anderen fehlt mir die Erwähnung der manchmal hilfreichen, manchmal neutralen, aber eben auch manchmal zerstörerischen persönlichen Agenda der TV-Redakteure und der gerne mal diametralen – aber nie formulierten – Agenda ihrer Vorgesetzten.
    Dass grundsätzlich kaum jemand Verantwortung übernehmen will für den Fall, dass es floppt – und so kaum ein richtiger Zug geschweige denn Motivation und Stolz entstehen kann, ist ein drittes Problem.

    • Oliver

      Ich denke, die Rolle des Zuschauers ist wichtig und wird gerne übersehen. Denn werden mal gute Serien produziert, dann scheitern diese letztendlich häufig daran, dass die Einschaltquoten die Kosten nicht rechtfertigen – oder schlichtweg davon ausgegangen wird, dass mit anderem Material höhere Quoten erzielt werden können. Oder aber man zeigt die „Serie“ über Jahre hinweg als Einzelfilme, immer mit dem Auge darauf, notfalls die Reissleine ziehen zu können – damit verbietet sich aber fast folgenübergreifendes Erzählen.

      KDD? Eingestampft. Nachtschicht? Einmal im Jahr. Das einzige, was man sowohl halbwegs hinbekommt als auch angenommen wird, sind Miniserien.

      Orkun Ertener meinte zu KDD im TAZ-Interview:
      „Warum hat es nicht funktioniert?
      Ich nehme an, es ist eine Gewohnheitssache. Solange der Zuschauer nicht immer wieder mit Experimenten dieser Art konfrontiert wird, gibt es auch keine Notwendigkeit, sich daran zu gewöhnen. Wenn wir gucken, was im ZDF seit Jahren freitags um 21.15 Uhr läuft, passt „KDD“ einfach nicht dazu. Das ist eine anstrengende Welt für den ZDF-Zuschauer, diese fortlaufend erzählte Geschichte, bei der man sieben Hauptfiguren im Auge behalten muss. Meiner Schwiegermutter gefällt „KDD“ auch überhaupt nicht, also gar nicht.
      Was stört sie?
      Zu komplex, zu schnell, zu verwirrend, zu düster, zu unmoralisch. Hat Ihrer Mutter „KDD“ gefallen?“

      http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2010%2F01%2F12%2Fa0127&cHash=abac1b5d91

    • Vincent

      Wir kennen ja leider den Zuschauer garnicht. Das ist das Problem, dass unser aller Leben und Existenzberechtigung an diesem seidenen Faden namens Quotenmessung hängt.
      Ich hoffe mit Netflix und Amazon wird es besser.

  4. Katharina Gerhardt

    Eine kluge Analyse, die unmittelbar einleuchtet und die bei sämtlichen Redakteuren von ARD und ZDF über dem Schreibtisch hängen müsste.

    In den Buchverlagen (der Welt, in der ich mich bewege), gibt es Tendenzen, Serien mit vielen Beteiligten zu entwickeln, weil alle Welt ja jetzt Serien will. Lese diesen Text also als Warnung.

  5. Michael Kieweg

    Wie beruhigend, daß unsere öffentlich-rechtlichen Geldvernichter das Problem endlich auch erkannt haben und mit dem Slogan „Gute Programme kosten Geld!“ mal wieder einen „lange überfälligen“ Nachchlag in Milliardenhöhe fordern.

  6. Renate Blaes

    „Gute deutsche Literatur ist viel weniger die Ausnahme als gute deutsche Serien.“
    Das kann ich bestätigen, denn ich kenne wenige Serien, die ich gern anschaue. Was ich allerdings bekenne: Ich gucke seit (sehr) vielen Jahren „Lindenstraße“.

    Ich weiß nicht genau, warum und habe für folgende Vermutungen gefunden:
    1. Gute Schauspieler mit einer SEHR guten und demzufolge gut zu verstehenden Sprache (kein schwer verständliches Genuschel, wie in deutschen Filmen der letzten Zeit).
    2. Glaubhafte Plots und gute Dialoge.
    3. Gut verteile Gute und Böse.

    Ich denke, diese Punkte reichen auch schon für eine gute Serie.

    Übrigens: die Nachmittagsserien sind für mich qualitativ unterstes Niveau. Zum Gähnen langweilig, mit miserablen Schauspielern (oder liegts am Regisseur?)

  7. Alexander Lindh

    Lieber Stefan,

    ja, ja, und nochmal ja! Was für eine großartige Zusammenfassung all der Dinge, die ich in den letzten Jahren Leuten betrunken ins Ohr gebrüllt habe, wenn sie mich gefragt haben, warum ich nicht mal das deutsche Breaking Bad schreibe. Vielen Dank dafür! Einen Punkt würde ich noch ergänzen: Ausbildung. Denn natürlich liegt es nicht nur an deinen angeführten Punkten, dass ich bisher nicht das deutsche Breaking Bad geschrieben habe, sondern auch an mir. Ich kann es nicht. Wir Autoren müssen auch demütig einsehen, dass wir nicht so gut sind wie die Amerikaner und die Dänen. Dass sie besser sind liegt meiner Meinung nach an drei Dingen:

    1. Die Dichte an Elite-Uni-Absolventen in einem amerikanischen Writer’s Room ist extrem hoch. Der Beruf ist anerkannt, auch im Bildungsbürgertum. Wer in Amerika Drehbuchautor werden will, würde in Deutschland vermutlich eher eine Karriere an der Universität oder im Journalismus anstreben. Das gilt auch für Producer, Produzenten etc. Es gibt also einen viel größeren Pool an Menschen, die wirklich an Inhalten interessiert sind und nicht nur an Einladungen zu Berlinale-Partys. Bei uns ändert sich das sicherlich langsam, Fernsehen ist ja nunmehr schon seit fast 10 Jahren cool, aber dafür braucht es auch bestimmte Bedingungen. Das führt mich zu:

    2. Es fehlt in Deutschland an anspruchsvollen, marktorientierten Studiengängen für Drehbuchautoren. Wieder das Beispiel USA: An der USC muss jedes Semester ein 90-Minüter abgegeben werden. Ich wiederhole: Jedes Semester. Am Ende gehst du mit einer Handvoll fertiger Scripts raus. Ich will gar nicht polemisch gegen deutsche Filmhochschulen wettern, sie haben einfach einen anderen Anspruch, und das ist auch in Ordnung, aber dann muss es Alternativen geben. Die Ausbildung hört in Amerika aber auch nach der Universität nicht auf. Der Writers Room ist nicht nur ein effektiver Weg Serien zu erschaffen, er ist in den USA und in Dänemark gleichzeitig auch ein Ausbildungsweg, bei dem man sich von der Aushilfe bis zum Executive Producer hocharbeiten kann. Zehn Stunden horizontale Story kann nur ein Genie ohne vorherige intensive Ausbildung entwickeln und dabei gute Arbeit abliefern. Auch hier fehlt es bei Sendern und Produktionsfirmen an Angeboten. Ausgenommen sind hier die Soaps, die seit 25 Jahren haargenau wie die Amerikaner arbeiten, was irgendwie nur niemandem auffällt. Sehr empfehlenswert ist hier der Studiengang „Serial Eyes“ an der DFFB, der genau das versucht zu sein. Und Hildesheim ist natürlich auch nicht schlecht 😉

    3. Wir ergreifen die Chance nicht, uns selber auszubilden. Ich bin im Moment Head Autor einer ARD-Kinderserie. Als ich der Produktionsfirma vorgeschlagen habe, dass ich, nachdem unser Team mit der Drehbüchern fertig ist, auch mit der Regie zusammenarbeiten und auch als „Autor vom Dienst“ beim Dreh dabei sein will, bin ich nicht wie erwartet auf Gegenwehr gestoßen. Im Gegenteil: Man war überrascht und dankbar dafür, dass ich, der als Autor den besten Überblick über die Geschichte habe (es ist eine horizontale Story), mich nicht nach der Fertigstellung der Bücher gleich wieder verpisse, sondern mithelfen will, das möglichst beste Gesamtprodukt herzustellen. Man war es offenbar von den Autoren nicht gewohnt, dass sie daran Interesse haben. Ich glaube, wir müssen uns unsere Macht auch ein bisschen selbst erkämpfen.

    Beste Grüße unbekannterweise und danke nochmal für die klugen Worte,

    Alex

  8. R.

    Ein weiteres Problem, das hier noch nicht gelistet ist: Die Nivellierung. Die Sender verwechseln zu oft „die Serie muss erkennbar unsere XYZ-Identität aufweisen“ mit „wir machen immer das gleiche“. Die Figuren müssen je nach Sender immer aus einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht stammen, um eine vermeintliche Identifikation beim Zuschauer zu generieren. Die Plots verlaufen nach vorgeformten Schemata, die Musik ist jeweils nur leicht variiert, und, ganz wichtig: Der Look eines jeden Senders muss „wiedererkennbar“ sein. Dazu kommt, dass jeder Sender seine Lieblingsschauspieler hat; das alles führt im Ergebnis dazu, dass man am Abend den Fernseher einschaltet und – überspitzt gesagt – das Gefühl hat, auf den einzelnen Kanälen die immer gleiche Sendung zu sehen. Sender sehen das positiv, sie gehen davon aus, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, er sei „zuhause“. Was stattdessen bei den meisten durch diese Mutlosigkeit und Gleichmacherei entsteht, ist: Langweile.

  9. westernworld

    „Es ist bezeichnend, dass genau die Serien, die in den letzen Jahren für den meisten Gesprächsstoff gesorgt haben, also zum Beispiel „Mad Men“ oder „Homeland“, im deutschen Fernsehen nicht über ein Nischendasein hinaus gekommen sind.“

    das sind sie in den usa auch nicht. die meist gesehene folge game of thrones hatte 20 mio. zuschauer (erreicht i.d. letzten staffel) und game of thrones ist mit riesigem abstand die populärste hbo serie aller zeiten.
    zum vergleich, jede ncis wiederholung bringt es auf 14mio.
    die meisten sonstigen lieblingskinder der kritik dümpeln zwischen 3-5mio. zuschauer pro folge.
    ich kann diese ewig dümmliche oh wie schön ist pannama gewäsch der der deutschen feuilleton und fersehschaffenden nicht mehr ertragen.

    http://www.theatlantic.com/business/archive/2014/05/why-nobody-writes-about-popular-tv-shows/361872/

    meines erachtens liegt einer der hauptgründe für die katastrophale qualität darin das der daseinsgrund des öffentlich-rechtlichen rundfunks noch nie die herstellung faszinierenden fernsehens war.
    der öffentlich-rechtliche rundfunk wurde zur politischen einhegung von medienmacht und als institution zur geregelten beuteverteilung eben dieser gegründet.

    keiner der entscheidenden akteure mußte jemals wegen langweiliger programme um seinen posten bangen wohl aber wegen sendungen die irgendwelchen einflußgruppen mißfielen. diese cover-your-ass-mentalität ist der tot.
    für die privaten halte ich ihre erklärung angereichert um wirtschaftliche gründe wie die schiere größe des englischsprachigen marktes etc. für stichhaltig, wahrscheinlich kamen sie in deutschland auch einfach zu spät um vieles an industrieller infrastruktur aufbauen zu können was dann so unter den bedingungen des netzes komerziell nicht mehr zu leisten war.
    diese mentalität und die grundlegende jahrzehntelange verachtung des deutschen bildungsbürgertums für das medium.

    • StefanStuckmann

      Der Vergleich von „Game of Thrones“ zu NCIS ist ja insofern nicht tragfähig, als das HBO ein Pay-TV Sender ist, CBS aber nicht. Reichweite ist in dem Moment völlig egal, wo genug Leute bereit sind, für das Produkt an sich zu zahlen. Es ist darüber hinaus völlig klar, das man deutschen Privatsendern nur sehr begrenzt einen Vorwurf machen kann, wenn sie ihr Geld mit anderen Dingen als hochwertigen Serien sicherer und schneller verdienen können. Trotzdem ergibt sich daraus natürlich eine Situation, die anders ist als in den USA, wo Serien als Differenzierungsmerkmal einer Marke begriffen werden und es dadurch in dem Bereich viel mehr Wettbewerb gibt.
      Das Reichweite als alleiniges Bewertungsmerkmal eines Produkts keine besonders nachhaltige Idee ist, ist darüber hinaus auch keine neue Idee. Die Sportseite der FAZ wird meines Wissens nach auch mehr gelesen als das teure Feuilleton, trotzdem macht das Feuilleton auch marktwirtschaftlich Sinn, weil selbst Leute, die lieber die Sportseite lesen, gerne ihr Geld für jene Zeitung ausgeben, die auch von allen Meinungsführern gelesen wird.

      • Alexander MacG

        Die konstante Begrenzung auf Deutsche TV Sender in fast allen Antworten, ist in der heutigen zeit fast schon süß bis naiv.

        Netflix, Amazon und in Kürze Apple (mit fast 200 Milliarden Barvermögen) sind neben der reinen Tätigkeit als Vetriebsplattformen, auch in die Produktion eingestiegen – genau um sich eben abzugrenzen. HBO hat hierbei mit Apple zusammengearbeitet und Apple hat fleißig gelernt wie es geht.

        Also worüber reden wir denn noch? Über eine sterbende Zunft namens TV und besonders eben deutsches Privatfernsehen??!!!

        • StefanStuckmann

          Wie viele eigenproduzierte deutsche Serien von Amazon und Netflix gibt es denn? Jeder weiß, dass die Branche sich Richtung On-Demand bewegt, aber so lange das in Deutschland nicht für inhaltlichen Wettbewerb sorgt, ist das aus Sicht der „Kreativen“ (blödes Wort übrigens) völlig egal.

          • Alexander MacG

            Es gibt nichts, weil alles was die Deutschen dort bisher abgeliefert haben, solcher Mist war, dass es nur eine einzige Serienidee geschafft hat, angenommen zu werden.

            Sorry, aber genau das zeigt doch wie wenig innovativ viele hier eben sind und vermutlich innerlich entweder augegeben haben oder sich das unkreative Niveau eben schon angeeignet haben.

            Muss es mich wirklich interessieren, wieviel irgendwer von denen schon auf deutsch produziert hat um selber was zu schreiben und anzubieten oder es zu produzieren und dann anzubieten?

            Die gesamte Denkart, dass ich erst was schreibe, wenn mich einer bezahlt, ist so 80er Filmförderung 😀

            Schreibt was und noch besser produziert es, haltet ALLE Rechte und verkauft es angemessen. Klappt viel besser und der Betrag stimmt dann übrigens auch.

          • StefanStuckmann

            Dass Netflix von deutschen Produzenten nur schlechte Ideen vorgestellt bekommen hat, ist nach wie vor nur ein Gerücht.

            Es gibt genug Autoren, die alleine in große Vorleistung gehen und Projekte ohne Sender in Angriff nehmen. Aber der Ist-Zustand der Branche ist ja Beweis genug, dass das bisher nirgendwo hin geführt hat. Nochmal: Kann gut sein, dass die Zukunft besser wird. Aber das muss sich erst noch zeigen.

            Der Satz „Produzier doch selber“ hat im Zeitalter von youtube und vimeo sicher mehr Berechtigung als jemals zuvor, aber realistischer Weise muss man doch anerkennen, dass digitale Vertriebswege für Self-Publisher oder Self-Producer bisher nur in sehr wenigen Genres funktionieren. Wie viele selbstgedrehte Sitcoms gibt es denn bei youtube, von denen ihre Macher leben können? Es gibt Dinge, die sind einfach so teuer in ihrer Herstellung, dass sie nur konventionell produziert werden können, wenn sie gut sein sollen. Ich halte es auch nach wie vor für eine Errungenschaft der modernen Zeit, dass Leute sich spezialisieren können. Es funktioniert immer für einige Wenige, Allrounder zu sein und gleichzeitig toller Autor, Regisseur und Geschäftsmann, aber in einem funktionierenden Markt ist das meiner Meinung nach die Ausnahme. Volkswirtschaftlich ist es doch Verschwendung, Leute wegzuschicken, die „nur“ hervorragend schreiben, aber nicht auch produzieren können.

      • westernworld

        „Der Vergleich von „Game of Thrones“ zu NCIS ist ja insofern nicht tragfähig, als das HBO ein Pay-TV Sender ist, CBS aber nicht. Reichweite ist in dem Moment völlig egal, wo genug Leute bereit sind, für das Produkt an sich zu zahlen.“

        was zu beweisen war. das argument bezog sich auf die in meinem ausgangskommentar zitierte behauptung ihrerseits „Es ist bezeichnend, dass genau die Serien, die in den letzen Jahren für den meisten Gesprächsstoff gesorgt haben, also zum Beispiel MAD MEN oder HOMELAND, im deutschen Fernsehen nicht über ein Nischendasein hinaus gekommen sind.“ darin wird impliziert das dies in den usa anders sei was die zahlen wohl erfolgreich widerlegen.

        der umstand das diese serien fast ausschließlich auf pay-tv sendern und cable-networks, die ja auch eine art pay-tv sind #cablebundle) laufen zeigt dies ja eindrücklich. wie sie ja selbst erklären sind das zwei unterschiedliche geschäftsmodelle mit ganz unterschiedlichen zielgruppen.

        und eben darum funktioniert so etwas nicht im free-tv. nicht in amerika weil das horizontale erzählen dem zuschauerflow und der reichweitenmaximierung schadet und sex und gewalt immer noch die upright citizens brigade auf den plan; in deutschland nicht weil die eh schon oft anstrengenden stoffe auch noch oft ein maß an landeskundlichem vorwissen erfordern das ein massenpublikum in der regel einfach nicht mitbringt und sie auch hier, wer hätte es gedacht, nicht zur reichweitenmaximierung im free-tv taugen.
        bei den öffentlichen funktioniert es nur in den kaum messbaren spartenkanälen da der ard/zdf ü65 stammzuschauer damit in der regel nichts zu tun haben will.

        tl;dr: qualität ist überall ein minderheitenprogramm.

        • StefanStuckmann

          Wir widersprechen uns glaube ich überhaupt nicht. Mein Satz sollte auch nicht implizieren, dass diese Serien in den USA bei Erstausstrahlung mehr Publikum erreichen, sondern nur zeigen, warum der Markt in Deutschland anders funktioniert. Trotzdem hinken die Quotenvergleiche, denn MADMEN hat vielleicht bei seiner Erstausstrahlung auf AMC nur 2 Millionen Zuschauer, steht da aber erst am Anfang der Verwertungskette und kann noch die komplette Syndication durchlaufen. Aber es stimmt natürlich: das ist ein anderer Markt und ein anderes Geschäftsmodell, und damit eine andere Diskussion. Mir geht es um eine Erklärung dafür, warum es in Deutschland in dem Bereich keinen Wettbewerb gibt und welche Konsequenzen das hat.

        • Fritzi

          Aber ZDF und ARD sind eben auch kein „free-TV“. Und unterliegen damit nicht den Quoten- und Reichweitenzwängen von free-TV Sendern in den USA. Müssten sie jedenfalls nicht. Solange aber Erfolg mit Masse gleichgesetzt wird, kommt das dabei heraus, was wir täglich sehen.

        • Alexander MacG

          Die Aussage, dass Serien die selber produziert wurden, nur ein YouTube Thema sind ist leider auch nicht haltbar.

          Aber vermutlich muss es wirklich erst zu einer kompletten Zerlegung des deutschen Marktes und seiner völligen Tilgung kommen, damit er von anderen und neuen Machern neu aufgebaut wird.
          Alles was ich bisher lese, basiert auf den Mechanismen des traditionellen TV Marktes oder mit Hilfe der klassischen Fördermechanismen.

          Hilfreich wäre hier eine ebenso radikale Umdenke, denn in Bezug auf Stoffe scheint das ja ganz einfach nicht zu funktionieren. Aber evtl. bedingt das Eine ja das Andere…

        • StefanStuckmann

          Auch in dem Artikel wird keine konkrete Aussage über die Qualität der angebotenen Stoffe getätigt.

          »Wir haben in Deutschland Ausschau gehalten nach geeigneten Stoffen – aber nichts gefunden.«

          Das kann letztendlich alles heißen. Denn auch Netflix sucht ja nicht pauschal einfach nur nach tollen Serien, sondern möchte idealerweise Sendungen produzieren, die auf der ganzen Welt funktionieren. Da gibt es nicht zwingend eine Schnittmenge. Ich bin mir sicher, dass die Serie, die Netflix wahrscheinlich dann irgendwann mal in Deutschland in Auftrag gibt, entweder ganz spezifisch und für alle Welt wiedererkennbar „deutsch“ ist (eine Naziserie, eine Serie im Nachtleben von Berlin) oder so allgemein, dass sie vor allem ein westliches Milieu erzählt (Familie, Mordkommission). Zwischen diesen zwei Polen gibt es eine Menge Ideen, die übrig bleiben.

          • Alexander MacG

            Also wenn ich diese Aussage lesen, dann wundert es mich aber sowas von gar nicht mehr, warum das mit Deutschen Serien nichts wird.

            So kurz springt ein Autor, der genau das anprangert wie wenig innovativ Serien hier sind und international überhaupt keine Rolle spielen….

            mir wird grad ganz anders und mich wundert nun wahrlich nichts mehr!

          • senfdazu

            „Ich bin mir sicher, dass die Serie, die Netflix wahrscheinlich dann irgendwann mal in Deutschland in Auftrag gibt, entweder ganz spezifisch und für alle Welt wiedererkennbar „deutsch“ ist (eine Naziserie, eine Serie im Nachtleben von Berlin) oder so allgemein, dass sie vor allem ein westliches Milieu erzählt (Familie, Mordkommission). Zwischen diesen zwei Polen gibt es eine Menge Ideen, die übrig bleiben.“

            Ich gehe übrigens mit nahezu 100% von Ersterem aus. Schaut man sich zum Vergleich mal die im Ausland erfolgreichen deutschen Filme an, sind das nahezu allesamt Stoffe, die sehr „deutsch“ sind (entweder eben das „Dritte Reich“ oder, wie im Falle von „Das Leben der anderen“, die DDR).

            (allerdings nicht ohne zu erwähnen, daß zumindest einige der (vermeintlich) innovativeren/gewagteren Filme durchaus auch eine gewisse Beachtung bekommen. siehe bspw. die Aufmerksamkeit, die „Victoria“ auch auf Seiten wie reddit bekommt)

          • Jens Prausnitz

            @senfdazu: Bin genau der gegenteiligen Ansicht 🙂

            Wieso sollte Netflix ausgerechnet die Themen bedienen, mit denen der Markt bereits übersättigt ist, also Nazi- und Krimiproduktionen, also vs. Nico Hofmann und TATORT, womit unser Markt bereits komplett übersättigt ist? Das man sich dort nicht allein auf Berechenbarkeit stützt, beweist ja gerade eine Serie wie ORANGE IS THE NEW BLACK, die nicht nur von HBO abgelehnt wurde, sondern inzwischen mehr Zuschauer gefunden hat, als HOUSE OF CARDS. Netflix interessiert sich auch stark für eben jene Nischen, die treue Fans hat, holen von anderen Sendern abgesetzte Serien ins Programm, etc.

            Worauf ich hinaus will ist, dass man dort weit langfristiger denkt, als wir annehmen. Eine der ersten deutschen Produktionen, die sie sich gesichert haben war der TATORTREINIGER, und ich bin mir sicher, dass sie auch an EICHWALD, MDB Interesse haben, oder noch zeigen werden.

            Was die internationale Zugkraft deutscher Serienprodukte angeht, sind wir auf beiden Augen blind – ich hab’s weiter unten schon erwähnt – Fassbinder wird überall geschätzt, nur nicht bei uns, ebenso der HEIMAT Zyklus von Edgar Reitz – gerade DIE ZWEITE HEIMAT ist das großartigste „Serienprodukt“, das nur in seinem Herkunftsland noch immer nahezu unbekannt ist. Dort wird genau das erzählt, was Stefan anmahnt, es geht um regional verwurzelte Geschichten, die nur hier spielen können, und genau deshalb universell funktionieren, weil sie vor allem eins sind: menschlich nämlich. Das ist etwas komplett anderes, als einen mahnenden, „guten“ Nazi (oder Stasi-Offizier) in jedem Buch unterbringen zu müssen, auf den nur leider keiner hört. Diese pädagogisch wertvolle Scheinheiligkeit kann sich Netflix sparen.

            Warum besinnen wir uns nicht auf unsere dunklen Mythen und Legenden, stürzen uns in Genrestoffe, modernisieren sie? Wenn sie uns mal eher recht (GAME OF THRONES) als schlecht (ONCE UPON A TIME) von den Amerikanern um die Ohren gehauen werden, nehmen wir das dankbar an, aber selber meiden wir diese ungehobenen Schätze, wie der Teufel das Weihwasser. Dabei müssen wir sie nicht einmal in Fantasiewelten verlegen, alles spielt hier, liegt zu unseren Füßen, und wir tun so, als stünden wir nicht darauf. Aus Österreich kommend könnten wir uns das gerade so noch vorstellen, aber aus Deutschland? Nie und nimmer! Krawehl, krawehl!

  10. Alexander MacG

    In welcher Welt lebt denn der Autor, wenn er empfindet, dass das so noch nie formuliert wurde?

    Ich bin seit 30 Jahren in der Medienwelt tätig und der Verfall hat sich seit dem New Media Hype in 2000 konsequent beschleunigt. Personen innerhalb der TV Sender, die für gute Kooperationen und Produktionen zuständig waren, sind gegangen, weil sie sogar intern die Dummheit und Arroganz von Redakteuren/innen nicht mehr ertragen konnten.

    TV scheint eine Ansammlung aus Praktikanten geworden zu sein, die leider eben auch an die Nachfolgenden nur noch gegoogeltes Praktikantenwissen weitergeben.

    TV Verantwortliche wechseln innerhalb der Sendergruppe oder von Produktionsfirmen zu Sendern und von Sendern in Produktionsfirmen und schieben sich die Aufträge schlimmer und ungenierter zu, als es je der MDR oder NDR Skandal zu seinen korruptesten Zeiten tat.

    Das Ergebnis sind die selben langweiligen bis dämlichen Haialarm und Tornadowarnungen als Eventkino und der Versuch von Serien, die klar erkennbar so platt abgekupfert sind, dass sie nichts werden können, wenn die Zuschauer/User die Originale schon lange kennen und lieben.

    Aber auch die lieben Filmemacher und Produzenten haben doch keinerlei Arsch mehr in der Hose und können allesamt doch nur noch fremde Gelder verwalten und ausgeben. Daher mag ich das ganze Gejammere auch nicht mehr hören.

    Resultat: ich hab eine völlig eigenständige Idee gehabt und habe die Charaktere, die Geschichten um die einzelnen Personen und Orte entwickelt und das dann selber gedreht… mit eigenem Geld und TV Sender sind mir sowas von egal!
    Geld gibts durch Crowdfunding und von der Wirtschaft/Markenartiklern genug und die neuen Vertriebsformen wie Amazon Prime Instant Video, Apple TV, Netflix und und und bieten einem eine wundervolle Freiheit.

    Aber dazu muss man an seinen Stoff glauben, ihn durchziehen und sich ein Ei auf die gesamte etablierte Branche und deren Meinung backen . Zudem kommen die eh angeschleimt, wenn das Werk woanders erfolgreich läuft und wozu also eine gute Geschichte bei diesen Losern aufwändig pitchen, um sich dann diesen ganzen Mist an Unwissenheit anzuhören und ein Angebot über eine völlig rund geschliffene TV Version einer ehemals scharfkantigen Story zu bekommen.

    Erst wenn sich eine neue Generation an Filmemachern von dem klassischen TV dominierten und vor allem finanzierten System freigeschwommen hat, wirds hier vermutlich wieder spannend… und genau deshalb gibts meinen Stoff auch hier erst nach Asien und Nordamerika zu sehen 😀

    • Til Erwig

      Ein Beitrag, den sich deutsche TV-Redakteur/innen, bei Medienkonzernen angestellte sogenannte „Produzenten“ ohne eigenes finanzielles Risiko und andere “ innovative“ Wichtigmacher im Fernsehgeschäft hinter den Spiegel stecken sollten. Warum gib es für den zwangsgebührenzahlenden Fernsehzuschauer immer nur den gleichen Serien-Mist? Warum werden Qualitätsprodukte wie ´Monaco Franze` oder ´Kir Royal` oder ´Im Angesicht des Verbrechens` immer weniger produziert? Weil die große Masse der Zuschauer von den Entscheidungsträgern über lange Zeit dazu erzogen wurde, sich mit immer gleichen ARD Tatorten oder ZDF Sonntagschnulzen zufrieden zu geben. Es wird Jahre dauern, an die Qualität früherer TV-Produktionen anzuknüpfen. Es fehlen die Eberhard Fechners, Peter Beauvais, die Tom Toelles und Dieter Wedels. Und es fehlen Köpfe in den Redaktionsstuben und den darüber liegenden Chefetagen, die nicht auf Einschaltquoten fixiert sind. Eine völlig überflüssige Messlatte, eigerichtet von der werbetreibenden Industrie, die im gebührenfinanzierten Programm aber keine Berechtigung hat. Abschaffung der Werbung im öffentlich/rechtlichen Fernsehen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein besseres, unabhängiges (Serien)Programm. Die Politik ist gefragt. Dringend!

  11. Mario

    Serien sind die besseren Filme. Die Pay-TV Sender haben das erkannt und investieren Unsummen, und es lohnt sich. Serien wie Sopranos, Walking Dead, Dexter, Castle, Breaking Bad, GoT, Monk und viele mehr haben ein Niveau, das deutsche Produktionen auch in 20 Jahren nicht erreichen werden. Das scheitert nicht nur an der Art Geschichten zu erzählen, sondern an den Laiendarstellern die sich selbst Schauspieler nennen. Es müssen nicht immer Top-Effekte sein, aber auch hier kann man ein gewisses Niveau erwarten. Was kommt bei „uns“ dabei raus? Müll wie Cobra 11 oder wie der Pfeffer heißt oder eine Kopie nach der Anderen. Zugegeben, Stromberg zählt zu den besten Serien der letzten Jahre, aber auch das war nur eine Kopie. Ohne Herbst und Mädel wär die Serie ein Flop geworden.

    • StefanStuckmann

      Ich glaube kaum, dass wir in Deutschland einen Mangel an sehr guten Schauspielern haben. Aber auch wenn ich Sie da vielleicht falsch verstanden habe: Auch der beste Schauspieler kann seinen Job nicht machen, wenn es kein gutes Drehbuch gibt bzw. überhaupt nicht klar ist, was eigentlich erzählt werden soll.
      Und zum Thema STROMBERG: Was kopiert wurde, war die Grundidee, die Ästhetik und im Groben die Figurenkonstellation. Alles andere wurde neu erdacht. Es wird oft so getan, als hätte man da nur die Bücher übersetzt und ähnliche Leute gecastet, dabei ist das Gegenteil der Fall. STROMBERG ist so geschickt auf den deutschen Kulturkreis angepasst worden und so schlau geschrieben – das allein ist eine Leistung, die der Serie zu Recht eine Menge Erfolg eingebracht hat. Das Konzept von THE OFFICE ist natürlich sehr innovativ, und die Existenz einer Vorlage ist in jedem Fall eine große Hilfe für jeden, der danach etwas Ähnliches macht. Aber wer glaubt, dass das ausreicht, um Erfolg zu haben, hat keine Ahnung davon, was es bedeutet, eine Serie zu produzieren. Ein gutes Konzept zu schreiben ist das eine – dieses durch das Nadelöhr einer deutschen Produktion hindurch zu einer guten Serie zu machen, ist viel, viel schwerer.

      • Alexander MacG

        Deutschland hat leider eine unsagbar grosse Menge an schlechten Schauspielern/innen, die dem internationalen Vergleich kaum Stand halten.

        Jedes Casting ist eigentlich davon geprägt, aus der Masse der wenig talentierten jene herauszusuchen, die wenigstens ein bisschen was können.

        Ich kenne den Vergleich und ich bin ganz ehrlich: wenn ich die Chance habe mit Darstellern/innen aus anderen Ländern zu arbeiten, dann tue ich dies mit Freunden. Das Engagement, die Bereitschaft sich tief einzulassen und die Palette an Möglichkeiten aus der diese Talente schöpfen, ist um so vieles größer als das was man hier findet.

        Leider… aber vermutlich weil wir eher die RTL2 Deppenserien und anderes gescriptetes Zeugs haben und weniger Filmemacher und echte Schauspielertalente zu Fassbinders Zeiten. Denn was mir aus dieser Zeit an Kreativität und wirklichem Talent in Erinnerung ist, spottet heute jeglichen Vergleichs.

      • Reginald Gruenenberg

        Ich stimme Mario zu: Etwas läuft schief mit den deutschen Schauspielern. Es ist natürlich nicht so, dass sie alle schlecht sind, aber der Guten gibt es viel zu wenige angesichts der Masse an Leuten, die Schauspieler sind oder sich zumindest so nennen. Meine bisherige Hypothese lautet, dass dafür die deutsche Schauspielerausbildung verantwortlich ist, die viel mehr auf Theater als auf Film ausgelegt ist. Schlimmer noch, was das Theater angeht, da liegt der Schwerpunkt immer noch – insgeheim oder explizit – auf Brechts Bühnenideologie der Verfremdung: „Versucht gar nicht erst, euch vorzustellen, das hier sei die Wirklichkeit. Vergesst nie, dass ich nur ein Schauspieler bin und euch ganz bewusst die Künstlichkeit meines Spiels durchschauen lasse“. Deshalb diese ständig zu laut sprechenden, gestikulierenden und grimassierenden Darsteller, die glauben, einen Theatersaal beschallen zu müssen. Solche Schauspieler können und wollen das Herzstück aller Fiktion, den wohlwollenden „Suspense of disbelief“, nicht zum Schlagen bringen. Man sieht und hört ihnen immer an, dass sie spielen und gerade bei der Arbeit sind. Diese Erscheinung überschreitet regelmäßig die Schwelle zur Peinlichkeit.

        Bestärkt bin ich in dieser Auffassung durch die deutschen Synchronsprecher, die meines Erachtens und Wissens nach die besten der Welt sind. Sie bringen internationale Filme und Serien für uns häufig auf so geniale Art zum schwingen, dass sie die Originale übertreffen. Ihre Stimmen erschaffen unvergessliche Charaktere, die ein deutsches Eigenleben entwickeln. In letzter Zeit habe ich schon mehrfach daran gedacht, ob man nicht einmal das Experiment wagen sollte, einen Film oder eine Serie mit diesen großartigen Stimmschauspielern zu besetzen.

        • Alexander MacG

          Ich drehe fast alles nur noch mit einem anschließenden ADR.

          Das bedeutet manchmal sogar, dass ich die Stimmen der Schauspieler/innen komplett durch bessere ersetze. Denn leider stimmt die Aussage, dass viele eher Theater spielen und mir für Film und Fiktion dann die Nuancen fehlen, die Synchronsprecher mir bieten.

        • Moon

          „Sie bringen internationale Filme und Serien für uns häufig auf so geniale Art zum schwingen, dass sie die Originale übertreffen.“

          Tatsache? Wer denn zum Beispiel? Mir fällt da spontan niemand ein. Und ich könnte brechen, wenn ich zum x-ten Mal Detlef Bierstedt höre und an Clooney denken muss. Außer Scully und Mulder würd ich mir niemanden synchronisiert angucken.

  12. Reginald Gruenenberg

    Was für eine kleine Kostbarkeit! Vielen Dank für diese kluge Synopse der deutschen Fehlentwicklung auf dem Serienmarkt, die inzwischen hardwired ist und somit nicht mehr einfach debugged und neu programmiert werden kann. In diesem Zusammenhang weise ich immer wieder auf die so gründliche wie erschütternde Analyse ‚Die ausbleibende Revolution‘ hin, die auf 32 en détail erklärt, warum es für das deutsche Fernsehen insgesamt keine Hoffnung auf Veränderung gibt: http://d-trick.de/wp-content/uploads/die_ausbleibende_revolution.pdf

    Ich habe auch versucht, eine Serie an deutsche Produktionsfirmen und Sender zu verkaufen. Es ist sogar ein Procedural, also leichter zu verarbeiten für das von der Last des Alters gebeugte Publikum des deutschen Fernsehens: http://www.reginald-gruenenberg.de/Berlin-PSYCHO.html.

    Keine Chance. So freundlich, ausführlich und mit Komplimenten gespickt die Antworten auch waren, es waren Absagen. Tenor: zu sexy, zu derb, zu anspruchsvoll (Zitat: „Ich glaube nicht, dass wir beim deutschen Fernsehpublikum Psychotherapeuten als Protagonisten etablieren können. In den USA mag das vielleicht funktionieren, weil der ‚Shrink‘ dort eine ganz andere kulturelle Rolle spielt“), dafür bekommen wir keinen Sendeplatz.

    Inzwischen habe ich die aussichtslose Verkrustung des deutschen Film- und Fernsehmarktes als Tatsache hingenommen. Als Reaktion darauf habe ich begonnen, auf Englisch für ausländische, in erster Linie U.S.-amerikanische Produzenten und Sender zu schreiben. Beispiel: http://www.reginald-gruenenberg.de/Seven-Sisters.html. Über den steinigen Weg als Ausländer auf den amerikanischen Markt habe ich auf http://genrefilm.net/deutsches-genre-sucht-hollywood/ berichtet.

    Ich arbeite auch daran, die erwähnte Serie ‚Berlin PSYCHO‘ mit ausländischem Kapital und Partnern selbst zu produzieren und zu vermarkten, vielleicht als Webserie. Denn eines der niederträchtigsten Sturkturmerkmale deutscher Fernsehproduktionen ist die Regel des Total Buyouts aller Rechte an die gerade einmal kofinanzierenden Sender.

    Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch auf das hervorragende Buch ‚Filmbusiness: Filme erfolgreich Finanzieren, Produzieren und Vermarkten‘ des Berliner Medienanwalts Patrick Jacobshagen hinweisen, das ich gerade mit größtem Gewinn gelesen habe: http://www.amazon.de/Filmbusiness-erfolgreich-Finanzieren-Produzieren-Vermarkten/dp/394153176X/ref=sr_1_sc_2?ie=UTF8&qid=1441360620&sr=8-2-spell&keywords=patrick+jakobshagen

    Und hier meine *****-Rezension dazu: „Ein Hammer-Buch! Es gibt kein zweites seiner Art in deutscher Sprache. Der Autor zieht alle Register, und von denen hat er eine ganze Menge. Er ist nicht nur ein erfahrener Manager aus dem von ihm extrem detailliert dargestellten Filmbusiness, der alle finanziellen, rechtlichen und strategischen Aspekte magistral abdeckt. Er liebt den Film auch wirklich, kennt sich hervorragend in dieser Kultur aus und schreibt stellenweise höchst leichtfüßig, amüsant und frech. Dem Quatsch eines anderen Rezensenten kann ich nur vehement widersprechen, dass man die Fakten und Zahlen auch alle im Internet finden würde. Das ist Unfug oder einfach die Gemeinheit eines schlecht weggekommenen Kollegen. Gerade das Zahlenwerk ist eigentlich unbezahlbar, denn diese Informationen findet man sonst nirgends außer im Business selbst, und selbst da braucht man wahrscheinlich jahrzehntelange Erfahrung, um die Bandbreiten kennen zu lernen. Ganz nebenbei behält Jacobshagen die deutsche, amerikanische und französische Film- und Fernsehindustrie immer gleichzeitig im Auge, was dem Leser / der Leserin ständig präsent macht, um welche Größenordnungen es jeweils geht. Wenn es also eine Führerscheinpflicht für das Filmbusiness gäbe, dann wäre das das erste Buch für die Pflichtlektüre. Wer das durchliest kann innerhalb von wenigen Tagen vom Anfänger zum Profi werden, denn man kann ihm/ihr sicher nichts mehr vormachen.“

  13. Jens Prausnitz

    Schön zusammengefasst, lieber Stefan, und Glückwunsch zur losgetretenen Diskussion. Wo wir schon bei unseren Dichtern sind: Goethe und Schiller haben uns noch etwas vorgemacht, was leider in Vergessenheit geraten ist, gerade unter uns Autoren. Sie haben einander geschätzt und miteinander geredet. Vielleicht nicht so offensichtlich in ihrer Wechselwirkung aufeinander wie John Lennon und Paul McCartney, aber du verstehst sicher was ich meine.

    Das Deutsche Fernsehen hat eher eine Tradition von Einzelkämpfern hervorgebracht, die meistens alleine geschrieben haben, in seltenen Fällen im Tandem, oder vorsichtig formuliert, höchstens in Kleingruppen, lange nicht so bevölkert wie die Schreibstuben bei den Kollegen im Ausland. Ich denke da gerne Fassbinder, Fechner, Stripp, Pfaue, lieber noch an Edgar Reitz, der bei den meisten seiner Projekte einen Autoren mit an Bord geholt hat, wie Peter Steinbach bei HEIMAT (derzeit auf arte erstmals in der restaurierten HD Fassung zu bestaunen). Diese Autoren haben Serien geschrieben, die schon vor 30 und mehr Jahren den heutigen, hoch gelobten Qualitätsserien ebenbürtig waren, und die genau das auszeichnet, was du hier einforderst.

    Um uns fit für die Zukunft zu machen, reicht das nicht, da werden noch so viele Studiengänge, Kurse und Stipendien allein nichts ändern. Als wegweisend bzw. weitere Bausteine erachte ich hier Initiativen wie sie die BBC vormacht: http://www.bbc.co.uk/writersroom/ – Das ist mehr Austausch als Wettbewerb, ein Konzept, dass uns Deutschen fremd zu sein scheint. Und in Amerika denke ich an http://litreactor.com/ – mit ins Leben gerufen von Chuck Palahniuk, den man bei uns fast nur mit FIGHT CLUB verbindet. Dort wird nicht nur über das Schreiben geredet, es geht mir auch nicht um die Kurse, sondern um den regelmäßigen Kontakt von Autorengruppen (oder Grüppchen), die sich gegenseitig unterstützen, einander vertrauen, anspornen und an denen man seine Stoffe schleifen kann.

    Komme mir jetzt keiner damit, dass das bei uns ja angeheuerte, von Produzenten oder Sendern bezahlte Dramaturgen machen. Das meine ich nicht. Sondern dass sich bei uns Autoren und Autorinnen finden, die einen Draht zueinander haben, sich Treatments schicken, sich treffen, reden, aus Leidenschaft für das Schreiben. Das fehlt uns, dabei geht das auch via Internet, und wenn es die Plattformen dazu nicht gibt, dann machen wir sie eben selber. Man kann einen writers’ room auch virtuell führen, wie ich es letztes Jahr einigermaßen unbemerkt von der Öffentlichkeit vorgemacht habe. Sich früh mit Fans und Nerds konfrontieren, die einen neu inspirieren können, und handverlesenen Kollegen und Kolleginnen, deren Kritik man weiterverarbeiten kann, sind Dünger und Humus für jede Geschichte – das ist wie ein Gewächshaus. Mich hat diese Erfahrung bereichert, und ich kann es nur jedem weiterempfehlen.

    Wir sollten uns vom Fernsehen abwenden, und den Kontakt zum Publikum suchen, so früh wie möglich. Wenn uns ein paar Journalisten und Filmwissenschaftler dorthin folgen würden, dann könnten wir gemeinsam etwas bewegen. Es geht nicht um die Angst vor Urheberrechtsverletzungen (ganz zu Schweigen von den Verletzungen, die so manche Redaktion hinter verschlossenen Türen unseren Büchern zufügt), sondern um die sich ergebenden Synergie-Effekte zu nutzen, für unsere Bücher und Geschichten. Wer dann zuerst an unsere Tür klopft, die Streaming-Plattformen oder die TV-Dinosaurier, kann uns egal sein, gewinnen wir erstmal das Publikum zurück.

    Denn wenn Geschichten etwas sollen, dann doch wohl Menschen miteinander verbinden. Das geht besser, wenn wir nicht nur aus uns herausgehen, sondern uns nach draußen wagen, auf die Straßen, in die Wälder, oder nur ins Internet, Hauptsache unter schillernde Menschen. Goethe doch, oder?

    • Reginald Gruenenberg

      Das ist ein wirklich spannender Gedankengang, Jens. Ich entwickele gerade ein Konzept für eine neue Produktionsfirma (siehe mein obigen Post), die ich entweder selbst gründe oder als Asset in eine bereits bestehende mitbringe. Ich hatte schon in eine ähnliche Richtung gedacht, nämlich als Produzent auf Plattformen für den Austausch zu bieten, z. B. Pitchfeste. Den von dir geposteten Links werde ich nachgehen.

  14. Andreas

    Es wurde hier schon vieles zurecht über die deutschen Serien gesagt und kritisiert. Ich versuch mich nicht zu wiederholen und werde die Drehbücher jetzt nicht extra hervorheben.
    Ich bin auch ein großer Fan von amerikanischen und englischen Serien, vor allem von HBO Serien. Ich hatte mir neulich True Detective und Better Call Saul angeschaut und nochmal festgestellt, was die Amerikaner einfach besser hinkriegen.
    Bezogen auf die beiden Serien, muss ich vor allem den Look hervorheben. Es ist viel atmosphärischer, künstlerischer und anspruchsvoller ausgeleuchtet. Wenn ich mir die deutschen Serien dagegen anschaue, ist es meistens sehr flach ausgeleuchtet, hauptsache man sieht alles und der Zuschauer soll sich bloß nicht anstrengen. Wie soll da eine Spannung erzeugt werden, wenn das Mitdenken dem Zuschauer genommen wird. Zum Beispiel, wenn in Better Call Saul ein Dialog stattfindet in einem komplett verdunkelten Raum, wo nur ein Lichtkegel von Draußen durch das Fenster auf die beiden Protagonisten scheint, muss man sich wirklich bemühen und aufmerksam sein, um alles zu erkennen was für die Szene wichtig ist. Sowas kann man denn deutschen ARD/ ZDF Zuschauer anscheinend nicht zumuten, da dieser nichts verpassen darf, wenn er beim Tatort schauen vielleicht nebenbei bügelt oder sonst was tut.
    Dann sind es auch immer Kleinigkeiten in der Inszenierung, die die Serien ausmachen. Der Erzählstil bei True Detective zum Beispiel oder plötzliche Perspektivenwechsel wie bei Better Call Saul, um bei den beiden Serien mal zu bleiben.
    Die Figuren sind alle sehr facettenreich und ein Loser, Krimineller wie Saul aus Better Call Saul ist dadurch so interessant, dass dieser als Hauptprotagonist funktioniert. Diese Figur wird vielschichtig gezeigt und es ist interessant zu zusehen und man fühlt sogar mit so einem Charakter mit. Das war auch zum Beispiel bei Tony Soprano genau so. Aber da sind wir ja wieder beim Drehbuch. In den deutschen Serien ist es auch alles flacher, wenn eine Figur aus bestimmten Milieu kommt, dann kriegt diese dementsprechend ein Stempel aufgedrückt. Als Beispiel, ein Ausländer aus dem Ghetto ist ein Verbrecher und hat nur eine Funktion in der Handlung, er macht was Kriminelles und wird verfolgt. Naja, Ausnahmen bestätigen die Regel.

    • Jens Prausnitz

      Was den Look hiesiger Produktionen angeht, liegt das nicht an unserem Kamerapersonal, sondern daran, dass es seitens der Sender bzw. deren Produktionsmafia (z.B. Degeto) Vorgaben gibt, die nicht nur das Licht betreffen, sondern auch das Format (gibt eigentlich kein anderes mehr als 16:9 – leider gilt das meist auch bindend für solche Produktionen die erst im Kino ausgewertet werden. Eine bodenlose Frechheit, und so paradox es klingen mag, ohne Abspielgarantie eines TV-Senders gibt’s hierzulande gar keine Filmförderung) und selbst noch die Motivgestaltung; so ist es beispielsweise untersagt, eine Kuh „von hinten“ zu zeigen. Sauber, bürokratisch, Einheitsbrei.

      Für die Bereiche Kamera, Schnitt, Musik, etc. gilt das Gleiche, wie es Stefan formuliert hat – man trägt zwar die künstlerische Verantwortung, die gestalterischen Eingriffe nehmen aber am längeren Hebel andere vor, spätestens dann, wenn man wegen „schwieriger Zusammenarbeit“ durch willigere Kollegen ausgetauscht wurde. Unsereins arbeitet auf Auftragsbasis, und ist auf jeden verdienten Euro angewiesen, die Verschlimmbesserer hingegen haben ein geregeltes monatliches Einkommen, und scheuen trotzdem jedes Risiko, jede Innovation, jede Aufregung.

    • senfdazu

      „Wenn ich mir die deutschen Serien dagegen anschaue, ist es meistens sehr flach ausgeleuchtet, hauptsache man sieht alles und der Zuschauer soll sich bloß nicht anstrengen.“

      Klingt übrigens nicht sonderlich weit hergeholt, wenn man bedenkt, daß im Bereich der Synchronisation ähnliches gemacht wird – ausnahmslos jeder Charakter soll sofort verständlich sein, weswegen bspw. schwer verständliche Dialekte (des Originals) entweder schlichtweg gar nicht übernommen oder auf ein Minimum „gebügelt“ werden.

      Ein weiteres Beispiel dafür wären z.b. auch etliche der „scripted reality“ Formate bei denen immer dann, wenn jemand nicht zu 100% „hochdeutsch“ spricht, Untertitel eingeblendet werden (und das eben nicht nur bei Äußerungen, die tatsächlich aufgrund anderen Nebengeräuschen o.ä. kaum zu verstehen sind. So wurde bspw. im Rahmen einer Sendung zu Schlagerstars auf VOX – oder wars Kabel1? – selbst der leicht „schwäbelnde“ Ehemann von Andrea untertitelt)

    • senfdazu

      „In den deutschen Serien ist es auch alles flacher, wenn eine Figur aus bestimmten Milieu kommt, dann kriegt diese dementsprechend ein Stempel aufgedrückt. Als Beispiel, ein Ausländer aus dem Ghetto ist ein Verbrecher und hat nur eine Funktion in der Handlung, er macht was Kriminelles und wird verfolgt. Naja, Ausnahmen bestätigen die Regel.“

      Und direkt noch eine Antwort dazu.

      Das Gefühl, daß Charaktere in deutschen Serien im Vergleich zu den vielgelobten „Kritikerlieblingen“ sehr „schablonenhaft“ angelegt sind, kann ich ebenfalls nur bestätigen.

      Mein Lieblingsbeispiel dafür ist eines aus „The Wire“ (Warnung: leichte spoiler!).

      Der „Robin Hood der Straße“, Omar Little, ist in dieser Serie eben quasi gegensätzlich zu dem, was man annehmen könnte, homosexuell. Aber – und das ist das worauf ich hinaus will – jenseits von diesem vermeintlichen „Widerspruch“ wird es gar nicht weiter thematisiert.

      Ich bin mir ziemlich sicher, daß es in einer deutschen Produktion zwangsläufig irgendeinen Subplot gegeben hätte, in der er in irgendeiner Form für seine Sexualität diskriminiert worden wäre o.ä.

      Damit das bloß niemand in den falschen Hals bekommt: das ist KEINE Kritik daran, daß gesellschaftliche Ausgrenzung usw. auch in Serien und Filmen repräsentiert werden können. Mein Problem ist, daß ich das Gefühl habe, daß das hierzulande irgendwie sein „muß“. Das ein Charakter eben einfach schwul oder lesbisch ist, es aber ansonsten im Grunde „keine Rolle“ spielt, scheint keine Option zu sein (und gleiches gilt auch für unzählige andere „Merkmale“ – anstatt einfach nur ein Teil der Charakteridentität zu sein, wird dies in hiesigen Filmen und Serien zur überwiegenden oder gar alleinig definierenden „Eigenschaft“).

  15. Pingback: Wie man keine gute Serie macht

  16. M.Lutz

    Sehr schöne Zusammenfassung. Danke dafür.
    Kleine Anekdote zum Thema:
    Eine gute Freundin von mir lebt und arbeitet jetzt seit fünf Jahren in Los Angeles im Filmbereich.
    Sie meinte mal zu mir:
    „Die Deutschen können Autos bauen aber keine Filme machen. Die Amis können Filme machen, aber keine Autos bauen.“

  17. Andreas

    Eine interessante Analyse. Ein wenig Hoffnung gibt es allerdings, denn die bereits im Ausland gelaufene RTL(!)-Produktion DEUTSCHLAND 83 ist um Größenordnungen besser als das was sonst so hierzulande an Eigenproduktionen versendet wird. Möglich ist es also, nur halt schrecklich selten; mir würde in den letzten Jahren als weitere vorzeigbare deutsche Serie auch nur noch der bereits erwähnte KDD einfallen.

    Daneben kann man hier wohl eher noch im Bereich „liebevolles Kleinod“ punkten, etwa mit dem TATORTREINIGER oder MORD MIT AUSSICHT. Solide, ordentlich, mit Herzblut, aber unterhalb der Schwelle dessen, was man eine große Produktion nennen würde.

    Zum Nischendasein amerikanischer Erfolge wäre zu ergänzen, dass das von deutschen Sender auch zum Teil hausgemacht ist – wer z.B. GAME OF THRONES ein Jahr nach US-Erscheinen als deutsche Erstausstrahlung spät abends in Doppelfolgen wegsendet will das augenscheinlich eher vom Tisch haben als damit zu punkten.

    Auf EICHWALD hatte ich mich übrigens gefreut, fand es dann jedoch leider enttäuschend banal mit inhaltlich reichlich Hang zum Brachialhumor. Sicherlich war kein zweites WEST WING oder HOUSE OF CARDS (UK-Version) zu erwarten gewesen, allein schon wegen des Comedy-Genres, aber dennoch zähle ich das eher als Beweis für die These des Artikels. Gleichwohl war es erfreulich, erstmals seit KANZLERAMT (oder vielleicht im weitesten Sinne noch ALLEIN UNTER BAUERN) mal wieder eine deutsche Serie zu sehen, die im Politik-Umfeld spielt, dafür meinen Dank!

  18. Matthias

    Ich bin seit vielen Jahren Kameramann und habe so manche Serie gedreht. Vorhergehenden Artikel muß ich vorbehaltlos bejahen. Allerdings wurde eine Komponente vergessen oder für nicht beachtenswert empfunden. Es ist die Feigheit. Speziell der Redakteure, aber auch der Fernsehdirektoren. Die Feigheit etwas falsch zu machen. Der Opportunismus, unter allen Bedingungen diesen Stuhl weiterhin mit seinem eigenem Hintern zu besetzen. Es gibt kein Regulativ der Belohnung für Mut und Experimentierfreude. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein Jammer und läßt einem in völliger Ratlosigkeit zurück. Gegen diese Art des flächendeckenden Mittelmaßes ist kein Kraut gewachsen. Keins. Komplettierend wirkt die Autorenschelte. Man sollte Redakteurswaterboarding einführen für jene, die ohne vor Scham in den Boden zu versinken, lauthals behaupten, „es gäbe keine guten Autoren in Deutschland“. In ihrer grenzenlosen Einfalt bemerken sie nicht einmal, dass dies allein auf sie zurückfällt. Sie sind die schlechte Besetzung, denn der Fisch stinkt immer vom Kopf her…..

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  21. Andreas

    Ein fabelhafter Artikel — gut beobachtet und messerscharf argumentiert.

    Ein wichtiger Punkt kommt darin aber nicht vor (und erstaunlicherweise auch in den Kommentaren nicht, es sei denn, ich habe es einfach übersehen) — dass niemand in unserem Business weltweit so schlecht bezahlt wird wie deutsche Autoren. Wenn selbst etablierte Autoren ein lausig honoriertes Expose nach dem anderen schreiben müssen (aus denen in 90% aller Fälle nichts wird), nur um LEBEN zu können, und selbst das mehr schlecht als recht, dann stimmt etwas nicht.

    Solange Fernsehen in Deutschland nicht nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben wird, sondern wie eine Planwirtschaft funktioniert (Danke, ARD und ZDF), wird sich nichts ändern. Konkurrenz braucht es in der deutschen Fernsehlandschaft, dann wird die Qualität automatischen folgen. Und Qualität kostet Geld — wie uns die Mächtigen bei ARD und ZDF immer wieder versichern. Aber das sollte bei den Autoren anfangen.

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